Interview Opa

Aus eigener Kraft etwas schaffen, das könnte man wohl als das Lebensmotto von Peter Hettegger bezeichnen. Wenn er denn eines hätte. Denn sieht er auf sein Leben zurück, sagt er schlicht und einfach: „Es hat sich so ergeben. Mehr gibt es da nicht zu sagen.”
„Mein Hobby war immer die Arbeit, das Skifahren und das Wandern. Mehr gibt es da nicht,“ sagt Opa Hettegger und möchte das Gespräch am liebsten gleich wieder beenden. Aber dann setzt er sich doch noch auf die Ofenbank und beginnt von den Anfängen zu erzählen, als er Holzknecht war und von seinen Eltern nichts als eine Kuh erbte. Elf Kinder, 33 Enkel und 19 Urenkel (weitere sind im Anmarsch) und zwei florierende Hotels später, weiß er auf die Frage, wie das zu schaffen war, nur eines zu sagen: „Zusammenhalten, viel arbeiten, fleißig sein, darauf kommt es an.“
Peter Hettegger, der von allen nur Opa genannt wird und mit seinen 84 Jahren nichts Schöneres kennt, als den kleinen Urenkel Peter in die Arme zu nehmen - Peter Hettegger ist immer der geblieben, der er war. Er macht kein großes Tamtam um den Weg, den er in seinem Leben zurückgelegt hat.
Außer es geht um die Kinder. Da kommt sein Familiensinn zum Vorschein, den Opa Hettegger immer schon gehegt und gepflegt hat. Gerne erinnert er sich an jene Momente, als er nach einer Woche harter Arbeit nach Hause kam. Und von seiner Kinderschar empfangen wurde, die ihm um den Hals fielen. Die Freude war auf beiden Seiten groß.
Und auch jetzt, wenn er sich zum kleinen Peter hinunterbeugt, wird diese Lebensfreude wach, die nur Kinder in einem hervorrufen können. Dann ist es so, als gäbe es unsichtbare Fäden zwischen dem alten Mann, der in seinem Leben schon weit gereist ist und dem kleinen, der seine Reise noch vor sich hat. So, als ob jeder den anderen wortlos versteht und beide genau wissen, worauf es ankommt.
Eine Kuh hatte er geerbt Opa Hettegger weiß es ganz sicher. „Nur durch Zusammenhalt haben wir das geschafft“, sagt er und wirkt dabei zufrieden. „Murzzufrieden“, ergänzt er.
Als eines von neun Kindern ist er auf einem Bauernhof aufgewachsen. Seinen Vater hat er früh verloren. „Da haben wir uns selber  durchbringen müssen“, erzählt er. Darauf vertrauen, dass die Kraft in einem selber zu finden ist, das hat er von Anfang an gelernt. „Nein, wir hatten vorher nix“, antwortet Opa Hettegger auf die Frage, wie denn alles begonnen hat. Er hat mit seinem Bruder zusammen ein Haus gebaut und dann „eine ziemlich große Familie bekommen“. Elf Kinder setzte er mit Anna Hettegger in die Welt. „Und dann ist mir der Gedanke gekommen, wenn wir schon so eine große Familie sind, dann sollten wir etwas zusammen unternehmen.“
So wurde der Grundstein zum heutigen EDELWEISS gelegt. Erst wurde ein Grundstück gesucht und nach einiger Zeit auch das richtige gefunden.
Das war 1973. Geld war nie viel da, so hat man alles nach und nach geschaffen. Vier Jahre später wurde die Pension gebaut. „Viel zugetraut haben wir uns schon“, erzählt Opa Hettegger im Rückblick. „Erst wollten wir ja nur die Pension bauen, aber dann kam ein Wirtschaftsberater und hat uns empfohlen auf dem Platz ein Café aufzumachen. Das ist ein guter Rat gewesen.“
Doch Opa Hettegger wollte vor allem eines: Dass seine Kinder einen „gescheiten“ Beruf lernen. Wirt zählte nicht dazu. Koch auch nicht. So kam es, dass die „Buben“ Tischler, Maurer, Dachdecker, Installateur und Elektriker lernten. Berufe, die in den Augen von Opa Hettegger etwas wert waren und von denen man gut leben konnte. Und noch einen Hintergedanken hatte Opa Hettegger anscheinend dabei: Wenn alle zusammenhelfen, dann kann man ein Haus bauen. Unabhängig bleiben. Sich selber helfen. Etwas aus eigener Kraft schaffen. Das zählt.
Und das hat Opa Hettegger an seine Kinder weitergegeben. „Wir haben für das gearbeitet und für das gelebt, das war fast mit das Liebste”, sagt Opa Hettegger. Und wendet sich wieder liebevoll seinem Urenkel zu, der gerade dabei ist, auf eigenen Beinen zu stehen.
 
 
Opa Hettegger
 
verfasst von Opa Hettegger
 
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