Interview Oma

Würde man Oma Hettegger in die Führungsetage eines Konzerns stecken, so könnten sich dort die Manager einiges von ihr abschauen. Denn wer eine ganze Bande Kinder in die Welt setzt, weiß, wie man sich durchsetzen muss, wie man die „Meute“ zusammenhält und wie man dabei auch noch fair und gerecht bleibt.
Anna Hettegger ist eine resolute Dame. Eine starke Persönlichkeit. Eine, die weiß, wie man das Zepter schwingt und sich als Oberhaupt der Familie behauptet: mit Strenge und Fairness. Mit ihren 80 Jahren Lebenserfahrung bewahrt sie den Überblick, redet mit, ist überall dabei und hat vor allem eine Meinung, die sie klar und deutlich vertritt. Ein „grader Michl“ ist sie – man weiß immer, woran man bei ihr ist. Und: Sie ist DIE Oma. Für alle. Für die Gäste. Und auch für jene, die sie gerade kennengelernt haben. Eine Anrede wie „Chefin“ braucht sie nicht, man sieht ihr an, dass sie eine ist, immer eine war.
Eine, die mit großem Herzen und langem Atem alle und alles zusammenhält. Und ziemlich sicher das letzte Wort hat.
„Wir halten zusammen“, hat sie zu ihrem Mann Peter Hettegger vor 59 Jahren gesagt. Und das haben die beiden dann auch gemacht. Leicht war das Leben nie. Und doch gelang es ihr immer wieder, aus so gut wie nichts etwas zu schaffen, das der Familie Halt und Zuversicht gab. In ihrem Fall war das Nichts eine Nähmaschine. Und die Kuh, die ihr Mann geerbt hatte. Das war ihr gemeinsames Startkapital.
Sie brachten elf Kinder auf die Welt. Bauten ein Haus. Kauften Grund. Und schufen darauf eine Pension mit vierzehn Zimmern und einem Café.
„Das kann jeder schaffen”, sagt Oma Hettegger mit einer festen, resoluten Stimme – so als wäre das ein Gesetz, das nicht sie erfunden hat, sondern das schon lange besteht und für jeden gültig ist. „Jeder kann so anfangen, mit nix, mit gar nix“, sagt sie. Und verrät auch gleich, was es braucht, damit aus dem „Nix“ etwas wird: Zusammenhalten muss man. Fleißig sein. Immer mit anpacken. Und die Arbeit muss Freude machen, sonst gelingt es nicht.

Immer mit anpacken

Auch beim Kösslerhaus haben die „Hetteggers“ mit angepackt. Haben das Knappenhaus, das aus dem 16. Jahrhundert stammt, aus seinem Dornröschenschlaf geweckt. Und es in einen Ort verwandelt, der die Gäste magisch anzieht. Unter der Obhut von Oma Hettegger und drei Bäuerinnen blüht und gedeiht es. Da werden nach einem traditionellen Rezept Krapfen gebacken, wird Kaffee kredenzt und werden Lieder gesungen. Was an den Krapfen so besonders ist? „Na, gut sind sie. Weil, wenn sie nicht gut sind, dann hätt’s ja keinen Sinn. Dann bräucht’s keiner backen und niemand müsste da sein, weil niemand käme“, sagt Oma Hettegger. So einfach ist das. Das Kösslerhaus ist einer von Omas
Lieblingsplätzen. „Da bin ich gern, da singen wir ein paar Lieder und dann sagen die Gäste, das freut sie, das gefällt ihnen“, erzählt sie.
 
 
Oma Hettegger
 
verfasst von Oma Hettegger
 
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